Interview mit Philippe Bayard

Philippe Bayard ist einer der wenigen Oenologen, die ihre Weine ohne die Zugabe künstlicher Hefen vinifizieren. Die Spontangärung verleiht den Weinen die intensiven Aromen des „Terroir“.

Warum nehmen Sie das Risiko einer Spontangärung auf sich?
Weil der geschmackliche Gewinn enorm ist. Seit zehn Jahren bin ich auf der Suche nach dieser natürlichen Vinifikation, die schon vor 1000 Jahren praktiziert wurde. Die künstliche Hefe wird wegen ihrer Präzision und ihrer Wirksamkeit eingesetzt. Die sich natürlicherweise auf den Trauben entwickelnden Hefen haben jedoch grosse Vorteile: Sie verleihen dem Wein einen einzigartigen Eigengeschmack der Traube und des „Terroir“. Dies ist von unschätzbarem Wert. Damit dies reibungslos geschieht, braucht es Aufmerksamkeit und Geduld. Wir meistern dieses Verfahren bei unseren Weinen mit Erfolg.

Ihre Weine sind somit sehr authentisch?
Ja, sie sollen ihre wahre Natur zum Ausdruck bringen. Jedes Jahr ist unterschiedlich und bringt neue Herausforderungen mit sich. Weil der Wein eine natürliches Produkt ist, das ich begleite, suche ich nicht Stabilität und Konstanz von einem Jahr zum anderen. Ich suche die Authentizität, den unvergleichlichen Charakter jeder Traubensorte.